Montag, 13. Oktober 2008

Besuchszeit

Als allererstes: Es tut mir leid, dass dieser Eintrag solang geworden ist! Hab so drauf losgeschrieben und wir haben halt viele Orte besucht und im Nachhinein kürzen war mir dann zu doof ;)

Am 18.9. war es soweit – mein erster Besuch aus Deutschland ist eingeflogen. Stefan aus Karlsruhe ist zur absolut unchristlichen Zeit irgendwas mit 6 Uhr gelandet und da ich meinen Chef mit großen Augen dazu gekriegt hab den Tag freizubekommen, ging es direkt auf nach Jacó. Dort haben wir dann so 3 Stunden am Strand verbracht, hatten sogar Glück mit dem Wetter und Stefan hat seine erste costaricanische Eigenheit probiert: Mango mit Limone und Salz – naja... Von dem vielen Bier, was ich extra gekauft hab, wurde am ersten Abend dann noch nicht soviel getrunken, denn der böse Jetlag hat mal wieder zugeschlagen.

Am Freitag bin ich dann noch mal arbeiten, aber auch wieder früher gegangen, denn unser Ziel hieß mal wieder Montezuma. Aber zuerst ging es für eine Übernachtung nach Puntarenas. Mal wieder ein megageiles Hostel, wo außer dem Bett und einem Deckventilator, bei dem wir eher Angst hatten, dass er uns demnächst entgegenkommt, nichts drin war. Aber optimal für eine kurze Übernachtung! Nach einigen Bier am Abend in einer geilen Strandbar, die das Aerosmith-Best-Of-Album in Dauerschleife hatten, sind wir am nächsten Morgen mit einer der ersten Fähren Richtung Montezuma. Hier erzähl ich jetz nicht noch mal alles, denn das hatten wir ja schon mal, also einfach ein paar Fotos davon.













Die Rückfahrt lief diesmal ein wenig anders ab. Hat ein bissel geregnet und wir hatten absolut keine Lust noch mal 8 Stunden oder so im Bus zu verbringen, also haben wir uns fürs Speedboot nach Jacó entschieden. Das fing an sich ganz lustig an, mit ordentlicher Geschwindigkeit einfach quer über den Ozean, aber nach kurzer Zeit hat es so richtig zu regnen angefangen und ab und zu kam dann auch noch ein ordentlich Schwapp Wasser von außen ins Boot. Also wir haben zum Schluss wirklich wie Sau gefroren und waren bis auf die Unterwäsche pitschnass. Aber das Highlight der Fahrt kam dann kurz vor Jacó, wo wir auf einmal eine Gruppe von ca. 20 Delphinen gesehen haben, die fröhlich aus dem Wasser gesprungen sind. In Jacó hatten wir dann auch noch mal Glück und die Sonne ist noch mal rausgekommen.
Die nächste Woche musste ich dann arbeiten und Stefan die Zeit hauptsächlich im Park bei mir um die Ecke verbracht oder beim Nachmittagsschlaf ;) Denn schließlich waren wir fast jeden Tag unterwegs(I). Der einzige ruhige Tag war Dienstag, wo wir im Kino waren (Babylon A.D., naja, nicht grad gut) und Air Hockey gespielt haben. War eigentlich ganz schön fies, immer ordentlich Rum trinken und ich muss am nächsten Tag arbeiten!







Die Woche drauf war dann frei und ich hatte einen straffen Zeitplan aufgestellt! Freitag Nachmittag stand Stefan abfahrtbereit schon vor der Bürotür und auf gings nach La Cruz, einer Stadt die relativ nah an der nicaraguanischen Grenze ist. Natürlich nicht ohne Probleme! Der Bus blieb nämlich ca. 1 Stunde vorm Ziel stehen und dann konnten wir erstmal ne ganze Weile auf nen Ersatzbus warten. Dort angekommen erwartete uns der ausgestorbenste Dorf der Welt. Es war grad mal um 11 und in keinem Haus brannte noch Licht. Nach 2 anscheinend toten Hotels gingen wir zum dritten und letzten und dachten so: cool, deutsche Besitzer, dann wird zumindest die Hygiene stimmen! Naja... Das wissen wir inzwischen besser. So, ich schreib jetz mal ein bisschen schneller, denn die Woche ist noch lang. Also abartig viele Viecher in dem Hotel drin, aber wir hatten zum Glück mein Insektenspray dabei und haben alle erledigt und dann in diesem wunderbaren Dunst geschlafen ;)
Am nächsten Morgen gings dann ordentlich früh zur Grenze. Haben sogar dank Sini´s Hilfe alles ziemlich gut hingekriegt und ab gings nach Nicaragua!
Also dort ist definitiv alles noch mal ein Stückchen anders als in Costa Rica. Die Leute sind noch ärmer, aber irgendwie fast noch netter. Das Spanisch ist noch viel genuschelter. Überall fahren diese richtig alten Ami-Schulbusse rum, was wirklich super witzig war, vor allem als bei einem unser Gepäck einfach aufs Dach geschmissen wurde! Noch ein Unterschied sind die rufenden Menschenmassen. Als wir über die Grenze sind, waren wir umzingelt von Leuten, die uns alle möglichen Worte zugerufen haben. Erst später merkten wir, dass das nur die Helfer der Busfahrer sind, die die Leute zu ihren Bussen holen! Und wie viele Angebote man im Bus noch bekommt! Da laufen Leute mit Trinken (in Tüten), Naschzeug, dem typischen Essen (also Hühnchen, Reis, Bohnen) auch in Tüten, Uhren und Socken rum. Also das Naschzeug war ab und zu sogar richtig geil! Also ab nach Granada! Kurz gesagt: Die bis jetzt einzige richtig schöne Großstadt, die ich hier sehen konnte. Ist im Kolonialstil und halt so viele schöne Gebäude! Aber da wir am Samstag noch ziemlich früh dran waren, sind wir noch zur Laguna de Apoyo gefahren. War das toll! Das ist ein großer Kratersee, einer der klarsten Seen, in denen ich je gebadet hab! Außerdem auch ein tolles Gefühl in der Mitte eines Kraters schwimmen zu gehen ;)
Am nächsten Tag dann super klasse Wetter und wir Granada erkundet. Haben dort übrigens ein super Hotel gehabt, 4 Euro die Nacht und super sauber, super nette Leute, alles klasse.


Nachmittags sind wir dann wieder weiter: auf die Insel Ometepe. Diese liegt in der Mitte des Lago de Nicaragua, einem der größten Süßwasserseen der Welt und ist aus 2 Vulkanen entstanden. Hier hatten wir nun einiges Pech mit dem Wetter und in Altagracia, wo wir geschlafen haben, liegt der Hund begraben! Selbst der Supermarkt hat dort um 5 zugemacht! Am ersten Morgen sind wir dann um 5 aufgestanden, da um 6 unser Führer uns abgeholt hat und dann gings zu Fuß 900 Höhemeter auf den Vulkan Concepción. Also das letzte Mal hab ich beim Beatsteakskonzert so geschwitzt. Wir waren einfach komplett nass, als wir oben angekommen sind. Leider war es total bewölkt und wir hatten von dort oben keinen so schönen Ausblick. Aber das Gefühl es bis dahin geschafft zu haben war trotzdem toll. Nachmittags wollten wir dann zum „Strand“ was sich als Felsenlandschaft herausgestellt hat, aber wir tippen eher drauf, dass wir falsch gelaufen sind. Hat dann eh mal wieder geregnet und wir haben uns mit Karten spielen beschäftigt. Also am nächsten Morgen wieder weiter nach San Juan del Sur, einer Stadt am Pazifik. Wir hatten zwar die ganze Zeit Daumen gedrückt, dass das Wetter noch mal umschwingt, weil wir bis jetz ziemlich Pech hatten, aber der Regen hielt an. Deshalb konnten wir dort leider nicht Strand genießen, sondern sind am nächsten Tag schon mittags wieder zurück nach San José, was uns wenigstens einen Tag im eigenen Bett mit eigener Dusche ermöglicht hat.


Am nächsten Morgen gings dann richtig früh (ich glaub wir sind so kurz vor 4 aufgestanden) in den Süden des Pazifiks nach Uvita. Also, man kann eigentlich nur wuuuunderbar sagen. Hatten super Glück mit dem Hostel. Wenn auch ein wenig teurer (20 Euro für uns beide), einfach perfekt: sauber, klasse Atmosphäre, super nettes Personal, Billardtisch, große Bar, gaaaanz viel lecker Kaffee, megaviele Spiele, nette Besucher. Am ersten Tag haben wir noch den, ich schätz mal so 2-3km, Marsch zum Strand gemacht und der war schon mal toll! Auf ca. 3km Strand waren vielleicht so 10 Leute. Schade, dass grad Flut war, denn als wir im Wasser gegen die Wellen gekämpft haben, wurde unser komplettes Zeug überschwemmt. Also sind wir wieder zurück, denn im Hotel wollten wir ja noch den Billardtisch ausnutzen. Während Stefan geduscht hat, hab ich dann auch noch eine neue Freundin bekommen. Sie heißt Julie und ist 5 Jahre alt und liebt Fange spielen. Also danach hätte ich eigentlich noch mal duschen können! Am nächsten Morgen gings dann zu meinem persönlichen Highlight der Woche. Wir haben eine Waltour gemacht. Nachdem wir 2 Stunden vergeblich gesucht haben, hatte ich schon richtig schlechte Laune, aber dann sagte unser Boottyp zum Glück, dass er einen gesehen hat. Also haben wir das Boot ausgemacht und gewartet und tatsächlich sahen wir auf einmal so 500 Meter entfernt einen dieser Ausatme-Strahlen nach oben gehen. Unser Führer erklärte uns, dass man nicht näher als 200 Meter ranfahren darf, aber wenn sie von alleine näher kommen, ist es legal. Also haben wir abgewartet und sie kamen wirklich immer näher. Und auf einmal, nachdem sie längere Zeit unter Wasser waren, tauchte die Mutter
(also waren Mama und Baby) ca. 15 Meter von unserem Boot entfernt auf. Also sorry, aber davon konnt ich kein Foto machen, weil mein Mund noch offen stand, als sie wieder untergegangen ist! War übrigens ein zwischen 15 und 18 Meter langer Buckelwal. Also allein dafür hat sich dieser Trip auf jeden Fall gelohnt! Den Nachmittag haben wir dann am anderen Ende des Strands bei strahlender Sonne verbracht und zum Schluss haben wir auch noch eine Kokosnuss geschlachtet.

Am nächsten Morgen sind wir schon um 3 aufgestanden, weil wir den ersten Bus nach Quepos nehmen wollten. Dort angekommen, sind wir schon wieder in ein super Hostel, was sogar einen Pool hatte! Also außer in La Cruz hatten wir in dieser Woche mega Glück mit den Hostels. Haben dann schnell unser Zeug geschnappt und sind nach Manuel Antonio gefahren um dort den Nationalpark zu erkunden. Das war schon super, wenn auch ziemlich touristisch. Sind mal wieder durch den Urwald gestapft und haben Affen, Riesenheuschrecken, einen Nasenbär, Iguanas, ganz viele Krebse und sehr, sehr eigenartige Insekten gesehen. Ich hatte ja vorher schon gehört, dass der Strand in dem Nationalpark der schönste Costa Ricas sein soll. Also von denen, die ich bis jetzt gesehen hab, muss ich das eindeutig bestätigen. Super weißer Sand, türkises Wasser und vor allem: noch mal Glück mit dem Wetter! Aber am besten war unser kleiner Gast, ein sehr neugieriger Waschbär.
Abends war dann leider eher ruhiger. Wir wollten uns eigentlich mit ein paar anderen Deutschen treffen und sie wollten uns schreiben, wo sie sind, aber dort hatten sie leider keinen Empfang. Aber auch nicht so schlimm, so waren wir am nächsten Tag ordentlich früh fit um das inklusiv Frühstück zu genießen und noch mal bei gutem Wetter zum Strand zu gehen und dort ordentlich Schmuck zu shoppen. Die hatten da nämlich unendlich viele Stände von selbst gebasteltem Schmuck. Da musst ich ganz schön doll zuschlagen ;)




Das war dann leider schon die freie Woche und Montag früh hab ich Stefan dann zum Flughafen gebracht. Also das war schon ein sehr eigenartiges Gefühl jemanden zum Flughafen zu bringen, der nach Deutschland fliegt und man selbst steigt wieder in den Bus um direkt zur Arbeit zu fahren.
Aber die Traurigkeit ging ganz schnell wieder vorbei, denn am Abend ist Sini bei mir eingezogen und zu zweit lebts sich doch gleich viel besser! Und dann musst ich auch voll schockiert feststellen, dass ich nur noch 3 Wochenenden hab und dann kommt Miri schon! Die Zeit vergeht zu schnell und ich will doch noch soviel sehen! Aber euch vermiss ich trotzdem alle gaaaanz arg! Hab euch lieb! Eure Tansch!

Achso, für die Familie: ich trinke nicht nur Alkohol hier, ich esse auch. Alsooo: meistens das typische Essen hier Casado (Reis, Bohnen, Gemüse, Platanos-eine Art Bananen) mit Huhn oder Fisch; aber wir waren auch beim Mexikaner (Zwiebelringe, Tacos mit übel geilem Zeug drauf, Mega-Hamburger), Pizzeria (eine der leckersten Pizzas, die ich jemals gegessen hab!), ganz oft Tacobell (mexikanischer Fastfood-Laden) und lecker Calameres in Knoblauchsoße.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

ich will auuuuuuuuuuuuuch!!!!
*neid*